Was ist Groundspotting?

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Sportliche Ereignisse haben oft viel mehr zu bieten, als das eigentliche sportliche Geschehen auf dem Spielfeld. Damit meine ich nicht die Unterhaltung rund um das Sportevent (wie zum Beispiel beim Superbowl), wo bei jeder Spielunterbrechung irgendjemand auf der Videotafel zu komischen Sachen animiert wird. Beim Groundspotting, einem vermehrt von Fußballfans verfolgten Hobby, geht es gar nicht um das sportliche Ereignis.

Eigentlich lässt sich das Groundspotting so ein bisschen mit der Suche nach dem perfekten Burger von Marshall Eriksen aus How I Met Your Mother vergleichen. Die Clique ist in New York unter purem Stress auf der Suche nach dem besten Burger in der gesamten Stadt. Beim Groundspotting geht es ebenfalls um das Suchen einer bestimmten Sache – einem schönen Stadion (englisch: ground).

Adaptieren wir das nun auf die Suche nach dem Burger, wäre der Fußball wohl der Burger und die Lokale der sogenannte ground. Im Falle des Groundspottings geht es aber weder um einen Burger, noch um ein laufendes Fußballspiel. Das Lokal steht sozusagen im Fokus. Im echten Leben gefallen uns Lokale unter anderem, weil das Essen oder die Getränke lecker sind. Aber auch das Ambiente, die Aufmachung der Lokalität sind für uns sehr wichtig. Dem wird beim Groundspotting also ein besonderes Augenmerk entgegengebracht.

Das ist Groundspotting

Das Groundspotting stammt vom eigentlichen Groundhopping ab und beschreibt den Besuch des grounds, also eines Stadions. Der zweite Teil des Begriffs stammt von englischen „to spot“ (entdecken). Zusammengesetzt steht Groundspotting also für das Entdecken oder Erkunden eines Stadions. Groundspotter werden auch gerne mal als „Trockenhopper“ bezeichnet.

Groundspotting in Griechenland: Dieses Stadion wird nicht mehr betrieben
Groundspotting in Griechenland: Dieses Stadion wird nicht mehr betrieben. Foto: Anastase Maragos (unsplash: @visualsbyroyalz)

Jeder Mensch kann zum Groundspotter werden. Das geht sogar ohne, dass er was davon weiß. Wer zum Beispiel an einer Stadionführung im Dortmunder Westfalenstadion teilnimmt, wird quasi auch gleichzeitig einen ground spotten und somit automatisch zum Groundspotter. Gut möglich, dass der neue Groundspotter bis dahin nie davon gehört hat, oder jemals davon hören wird.

Fokus auf dem Stadion statt auf dem Sport

Beim Groundspotting liegt der Fokus also ganz allein auf der Sportstätte. Das kann ein großes Stadion, oder auch der Sportplatz um die Ecke sein. Genaue Regeln sind nicht festgelegt. Auch gehen die Meinungen innerhalb der Szene auseinander, ob der Besuch einer Eishalle (Eishockey) nun als ground zählt, oder sich das Hobby nur auf den Fußball und seine Fußballstadien bezieht. Neben dem Groundspotting gibt es noch das sogenannte Groundhopping. Hier geht es um den aktiven Besuch eines Fußballspiels in einem Stadion (oder an einem Sportplatz), wo man vorher noch kein Spiel live gesehen hat.

Ich persönlich gehe gerne beiden Hobbys nach. Ich entdecke gerne neue Stadien, wenn es geht in Verbindung mit einem Fußballspiel. Irgendwie fühle ich mich aber generell von Stadien und Sportplätzen angezogen, sodass ich in meiner Freizeit auch gerne einfach mal über alte Stadiengelände laufe und mir vorstelle, wie dort wohl damals auf den Rängen die Zuschauer den Spieler zujubelten, fluchten, sich mit ihnen freuten oder mit ihnen litten. Besonders spannend finde ich dabei sogenannte „lost grounds“, in denen schon lange kein Sport mehr getrieben wird. Das Jahnstadion in Marl oder das mittlerweile abgerissene Stadion am Hermann-Löns-Weg aus Solingen fallen zum Beispiel in diese Kategorie.

Kevinhttps://stadiontouri.de
... der Mensch hinter dem Blog- und YouTube-Kanal "Stadiontourist". Ist gelernter Programmierer und studierte danach Journalismus und Public Relations. Auf YouTube hat sein Kanal zu Fußballstadien und Fankultur über 1,3 Millionen Aufrufe erzielt. Arbeite eine Zeit lang als freier Journalist für eine Sportzeitung und steuerte Videobeiträge zur Ausstellung "Fan.Tastic Females" bei, die sich mit Frauen in Fußball-Fankurven beschäftigt. Hauptberuflich noch immer irgendwas mit Medien, Schwerpunkt Social Media.

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