Més que un … estadi | Meine Reise zum größten Stadion Europas

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„Ein Traum wird nicht durch Magie zur Realität; es braucht Schweiß, Entschlossenheit und harte Arbeit“, sagte eins Colin Powell. Er ist ein ehemaliger Vier-Sterne-General der US Army und Politiker. Weise Worte, die er von sich gegeben hat. Manchmal braucht man für das Verwirklichen eines Traums aber auch einfach etwas Glück – wie in meinem Fall.

Schon als Heranwachsender war für mich schnell klar, dass ich irgendwann einmal das größte Fußballstadion Europas, das legändere Camp Nou des FC Barcelonas besuchen möchte. Als sich über die Jahre meine Verbundenheit zu Borussia Dortmund immer weiter gefestigt hat, fasste ich aber folgenden Entschluss: Das Camp Nou bleibt mein Traum, den ich mir aber nur in Kombination mit dem BVB erfüllen möchte. Heißt: Ich fliege nur nach Barcelona, wenn Borussia Dortmund dort spielt. Und das sollte zum ersten Mal im Jahr 2019 der Fall sein. Viel umjubelt haben meine Freunde und ich die Auslosung der Champions League zu dem Zeitpunkt. Die WhatsApp-Gruppen sind explodiert.

Die Planung

Wir haben alle direkt beschlossen, dass wir gemeinsam nach Barcelona zum Auswärtsspiel reisen wollen. Bei Fußballspielen, gerade in der Champions League, ist die Reiseplanung immer etwas schwieriger. Die Spiele sind unter der Woche, das heißt, es müssen Urlaubstage genommen werden. Direkt nach der Auslosung buchen die ersten Fans schon die Flüge, sodass die Flugpreise in die Höhe schießen. Das kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst mal erlebt hat. Flüge, die du zuvor herausgesucht hast, kosten statt 40 Euro schlagartig 250 Schleifen. Halleluja!

Nach vielen Jahren Erfahrung mit dieser Problematik haben wir natürlich mittlerweile etwas Übung. Das mit dem Urlaub klären wir auf der Arbeit meistens vorher ab, da die Rahmentermine, an denen gespielt wird, schon feststehen. Den Kalender kann man vorher prüfen und schauen, an welchen Tagen der Urlaubsantrag genehmigt werden wird und an welchen wohl eher nicht. Wir bauen uns dann immer eine Liste, wer aus der Gruppe an welchen Daten kann, damit der Flug-Bucher später weiß, wie viele Menschen mitkommen. Das bekannte Doodle ist dafür ein sehr gutes Tool.

Da die Flugpreise im Umfeld aufgrund der hohen Masse an kurzfristigen Such- und Buchungsanfragen in die Höhe schießen, wird das Umkreis dementsprechend erweitert. In Nordrhein-Westfalen haben wir den Luxus, sehr viele Flughäfen in akzeptabler Zeit zu erreichen. Düsseldorf International, Weeze, Köln-Bonn, Dortmund. Hier sind die Preise direkt nach der Auslosung aber meistens schon zu hoch bzw. übersteigen unser gesetztes Limit, was wir bereit sind, dafür zu bezahlen.

Dann wird das Umland abgecheckt: Brüssel (und Brüssel-Charleroi), Eindhoven und Amsterdam in den Niederlanden, viele Bekannte fliegen auch oft von Bremen. Alles Strecken, die man mit dem Auto noch zurücklegen kann. Wir hatten uns für Brüssel entschieden. Von hier sind wir schon mal geflogen, kannten die Parkplatzsituation und Preise und konnten das alles einkalkulieren. Nur für die Flüge haben wir damals zu viert 232 Euro bezahlt, also knapp 60 Euro pro Person. Mit den geteilten Sprit- und Parkplatzkosten waren es dann etwas über 80 Euro, die wir nur für den Flug und die Anreise zum Flughafen bezahlt haben. Die Flüge habe ich bei Skyscanner gefunden. Am besten speichert ihr euch den Link direkt als Lesezeichen. Skyscanner ist mit Momondo meine Lieblingssuchmaschine, wenn es um Flüge geht. Die Flüge für diese Reise hatte ich über Skyscanner gefunden.

Die Unterkunft

Unser Hostel in Barcelona haben wir ganz klassisch auf booking.com gebucht. Meistens werden wir hier fündig, weichen ab und zu aber auch auf andere Buchungsplattformen aus. Einen Vergleich dazu findet ihr hier. Leider gab es bei der Buchung allerdings ein Problem: booking.com hat uns ein Hostelzimmer buchen lassen (6er-Zimmer), das es überhaupt nicht gegeben hat. Bei der Ankunft gab es also erstmal ein verwirrtes Gesicht bei der Dame am Empfang und danach viel Klärungsbedarf mit uns. Booking.com war da an der Hotline leider nur bedingt eine Hilfe. Letzen Endes haben wir das eigentlich private Sechserzimmer auf ein Zimmer mit acht Betten upgraden müssen. Wir wollten gerne unter uns bleiben, deswegen auch das – eigentlich – genau abgezählte Zimmer. So hatten wir am Ende dann noch einen Fremdem mit im Hostelzimmer. So läuft das halt manchmal. 😉

Der Tag in Barcelona

Für alle, die ein paar Bilder und meine Eindrücke aus Barcelona sehen möchten, sei mein Vlog von dieser Reise ans Herz gelegt. Das Highlight für mich war natürlich der Besuch am Abend im Camp Nou.

Den Tag mit meinen Freunden in Barcelona, die Stadt und das Stadion habe ich in meinem XXL-Vlog festgehalten. Abonniere doch direkt meinen Kanal!

Schinkenplatten-Gate

In unserer Gruppenkonstellation sind wir schon oft verreist, natürlich primär wegen des Fußballs. Auch der Ballermann war natürlich schon mal dabei. Auf Mallorca gönnen wir uns gerne mal eine Schinkenplatte, klassisch spanisch eben. Dasselbe haben wir in Barcelona auch getan. Naiv wie wir waren, bestellten wir dann zwei „placa de jamón“, ohne vorher in die Karte zu gucken. Keine gute Idee im Nachhinein. Im Vergleich zu Mallorca war die gute Platte in dieser kleinen Bar nämlich gleich doppelt so teuer. 25 Euro haben wir hingeblättert. Und der Schinken hat noch nicht mal geschmeckt. Ärgerlich, aber ich habe auch schon für unnötigere Sachen 25 Euro ausgegeben.

Das Stadion und Spiel

Kurz nach Sonnenuntergang haben wir uns dann langsam in Richtung Camp Nou Stadion begeben. Wir buchen unsere Unterkünfte immer so, dass wir nach den Spielen wieder fußläufig irgendwie zurück zu unserer Unterkunft kommen. Wir haben schon so viel Mist erlebt nach solchen Spielen, dass wir den Faktor ÖPNV und Taxi im Ausland nach Fußballspielen gerne ausklammern. Die Spiele sind immer Abends und ähnlich wie in Deutschland fährt auch im Ausland nur selten noch ein Transportmittel zu später Stunde. 🙂 In Italien standen wir mal eine Stunde im Regen (an einem Hauptbahnhof!), weil kein verdammtes Taxi gekommen ist. An einem Hauptbahnhof! Das muss man sich mal vorstellen.

Da wir uns den ganzen Tag in der Region um unser Hostel aufgehalten haben konnten wir problemlos zu Fuß zum Stadion laufen. 20 Minuten Fußweg haben noch niemanden umgebracht. 🙂 Das Camp Nou wäre auch mit dem ÖPNV gut zu erreichen gewesen. Per U-Bahn (blaue Linie) müsste man an der Haltestelle „Collblanc“ aussteigen und von dort wenige Minuten zum Stadion laufen.

Das Camp Nou Stadion in Barcelona ist mit einer Kapazität von 110.000 Zuschauern das drittgrößte Fußballstadion der Welt – und der Besuch war schon immer mein großer Traum. Dementsprechend glücklich war ich auch, als sich das Stadion am Horizont anbahnte. 😉 Der Gästebereich war einfach zu erreichen und nur grob vom Rest abgetrennt. Ein mobiler Zaun wurde aufgebaut und zwei Ordner kontrollierten, ob die Tickets für den dementsprechenden Bereich waren. Und ehe man sich versah, stand man schon direkt vor dem Eingang für die Gästefans.

Die Einlasssituation war ziemlich entspannt, da habe ich schon schlimmeres erlebt. In Madrid oder Monaco war das viel schlimmer und in der Grundstimmung aggressiver von Ordnungskräften und Polizei. In Barcelona .. kein Problem, einfach durch. Gut organisiert, keine große Wartezeit, kein Gedrängel. Dem Aufstieg in den Gästeblock, der im letzten Rang des Stadions ist, stand somit nichts mehr im Wege. Vorfreude pur!

Nach mehreren Minuten Fußmarsch (weiter, immer weiter und noch weiter hoch) hatten wir den letzten Rang dann endlich erreicht. Mein Gefühlszustand war ungefähr Weihnachten und Geburtstag zusammen. Wenn du weißt, dass du geschenkt bekommst, was du dir so sehnlich gewünscht hast. Es folgte aber auch gleich etwas Ernüchterung: Der gesamte Oberrang ist mit Plexiglasscheiben in Richtung Spielfeld abgesperrt. Aber gut, was will man bei so einer Höhe auch erwarten. Irgendwo geht die Sicherheit dann einfach vor.

Bei Europapokalspielen von Borussia Dortmund hat sich unter den Fans die freie Platzwahl etabliert. Auf den Tickets stehen zwar feste Plätze, aber jeder geht dort hin, wo er mag. Das klappt in den meisten Fällen auch ohne nennenswerte Probleme. Und so entschieden wir uns bewusst für Plätze in der letzten Reihe. Ich wollte alles sehen, alles aufsaugen und einfach so viel genießen, wie möglich. Der Ausblick von da oben ist phänomenal. Nicht der aufs Spielfeld. Der ist miserabel. So eine Vogelperspektive bekommst du nicht mal in FIFA. Dafür kannst du bei Nacht über die Stadt blicken, weil du einfach so weit oben bist. Das hat mich schon sehr beeindruckt.

Stadiontouri approved

Alles in allem ist das Camp Nou auf jeden Fall eine Reise wert. Wer es nicht so mit Fußball hat, kann auch ohne das Stadion und Fußball wundervolle Tage in Barcelona verbringen! Alles wichtige rund um die Stadt und das Stadion lagere ich in einen gesonderten Artikel aus und verlinke ich hier, sobald er fertig ist. 🙂

Kevinhttps://stadiontouri.de
... der Mensch hinter dem Blog- und YouTube-Kanal "Stadiontourist". Ist gelernter Programmierer und studierte danach Journalismus und Public Relations. Auf YouTube hat sein Kanal zu Fußballstadien und Fankultur über 1,3 Millionen Aufrufe erzielt. Arbeite eine Zeit lang als freier Journalist für eine Sportzeitung und steuerte Videobeiträge zur Ausstellung "Fan.Tastic Females" bei, die sich mit Frauen in Fußball-Fankurven beschäftigt. Hauptberuflich noch immer irgendwas mit Medien, Schwerpunkt Social Media.

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