Leitfaden für die optimale Reiseapotheke

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Im Ernstfall das richtige Medikament in einer ausländischen Apotheke zu kaufen, kann viele Nerven kosten. Vor allem aber sind Medikamente in unterschiedlichen Ländern auch unterschiedlich zusammengesetzt. Eine gut ausgestattete Reiseapotheke gehört also in jedes Reisegepäck – ob Ballermann- und Partyurlaub, oder Rundreise. Ich verrate euch, wie ihr eure Reiseapotheke optimal zusammensetzt und worauf ihr unbedingt achten solltet.

Die Reiseapotheke ist vermutlich der wichtigste Bestandteil des Urlaubs- und Reisegepäcks. Die Flugtickets davon einmal ausgenommen. Die wechselnden Temperaturen und der Temperaturunterschied zu unsere Heimat, das neue und für den Magen ungewohnte Essen oder andere Hygienestandards im Zielland können Angriffsfläche bzw. Ursache für diverse Erkrankungen sein.

Wer sich im Urlaub einmal den Magen verdorben hat wird froh sein, deutsche Medikamente dabei zu haben, auf die man zurückgreifen kann. Damit ihr im Urlaub gesund und fit bleibt, ist eine gut ausgestattete und an den Zielort sowie an Reisezweck abgestimmte Reiseapotheke unabdingbar. Ballermann-Touristen legen wohl mehr Wert auf Kopfschmerztabellten, während Reisende in Richtung Ägypten vielleicht besser Magen-Darm-Tabletten dabei haben sollten.

Allgemeine Tipps für die Reiseapotheke

Beim Zusammenstellen der Reiseapotheke solltet ihr unbedingt auf Arzneimittel setzen, die ihr in Vergangenheit gut vertragen habt. Dadurch lassen sich unbekannte Nebenwirkungen so gut es geht minimieren. Die Reiseapotheke solltet ihr am besten auch immer vor der Abreise zusammengestellt haben. Im besten Fall schon ein paar Tage vorher damit anfangen, falls Medikamente abgelaufen oder nicht mehr vorhanden sind. So habt ihr Zeit, bis zum Reiseantritt noch Ersatz zu besorgen.

Manche Arzneimittel können im Ausland günstiger sein als in Deutschland, dafür sind die Qualitätsanforderungen im Ausland aber bei weitem nicht so hoch, wie sie es hier zulande (oder in Österreich und der Schweiz) sind. Vor allem außerhalb von Europa könnt ihr an Fälschungen von Medikamenten geraten und im schlimmsten Fall eure Gesundheit mit diesen Arzneimittel aufs Spiel setzen.

Ihr solltet immer auf das Ablaufdatum eurer verpackten Medikamente im Auge behalten. Hinweis: Bei Flüssigkeiten und Salben gilt das Ablaufdatum nur für ungeöffnete Packungen.

Reiseapotheken können den Apothekenbesuch ersetzen
Eine herkömmliche Apotheke in Münster – hier bekommt ihr alles, was ihr für eure Reiseapotheke benötigt. Besser hier kaufen, als im Ausland. Foto: Benjamin Huggett on Unsplash

Lagerung und Transport von Medikamenten auf Reisen

Wenn ihr in warme Länder verreist, dann beachtet unbedingt die Lagerhinweise für eure Medikamente. Ein geschmolzenes Medikament nützt euch im Ernstfall nämlich überhaupt nichts mehr. Schützen solltet ihr eure Medikamente auch vor Transportschäden. Schlecht verstaute kleine Glasflaschen können zum Beispiel auch mal kaputt gehen.

Auch solltet ihr darauf achten, dass eure Arzneimittel vor direkter Sonneneinstrahlung und stark schwankenden Temperaturen geschützt sind. Tabletten können meistens bei Zimmertemperatur (15 – 25°C) gelagert werden und geringfügige sowie kurzzeitige Über- oder Unterschreitungen sind in der Regel unproblematisch. Direktes Sonnenlicht und große Hitze sollten aber auf jeden Fall vermieden werden.

Tipp: Nehmt auf jeden Fall immer die Originalverpackung mit. So sind die Arzneimittel nicht nur vor der Sonneneinstrahlung geschützt, sondern ihr habt auch immer die Packungsbeilage griffbereit. Nicht überall habt ihr guten Handyempfang, um potenzielle Nebenwirkungen oder Dosierungsinformationen mal eben schnell digital abzurufen.

Wenn ihr auf Medikamente angewiesen seid, die gekühlt werden müssen (2 bis 8°C), dann empfiehlt sich für euch eine spezielle Kühltasche. Wichtig: Die Kühlakkus sind meistens mit einer Flüssigkeit gefüllt. Wenn ihr damit vereist, benötigt ihr eine ärztliche Bescheinigung, dass die Kühlung der Medikamente unbedingt notwendig ist.

Solltet ihr regelmäßig Medikamente einnehmen, dann berücksichtigt bei Fernreisen auch die Zeitverschiebung. Bei einigen Medikamenten kann die Wirkung beeinträchtigt werden, wenn die Einhaltung des Einnahme-Rhythmus nicht gewährleistet ist. Bestes Beispiel dafür ist der Empfängnisschutz der Pille. Wenn ihr euch dabei unsicher seid, fragt lieber in der Apotheke oder bei eurem Arzt nach.

Ein ausländischer Ibuprofen-Blister
Ibuprofen gibt es auch im Ausland, ich würde die Tabletten dennoch immer in Deutschland kaufen und in der Reiseapotheke mitführen. Foto: Brett Jordan on Unsplash

Sicherheitsbestimmungen der Airlines und Medikamente im Flugzeug

Grundsätzlich gelten auch für Medikamente in flüssiger Form die Sicherheitsbestimmungen für Flüssigkeiten. Medikamente wie Hustensaft, Cremes oder Salben könnt ihr im Handgepäck mitführen, wenn die Behälter maximal 100 Milliliter fassen.

Insgesamt darf jeder Passagier aber maximal nur einen Liter an Flüssigkeiten dabei haben. Die Flüssigkeiten müssen in einem wiederverschließbaren und transparenten Beutel transportiert werden. Medikamente in fester Form sind ohne Einschränkung im Handgepäck erlaubt.

Verschreibungspflichtige Medikamente, die während der Flugreise eingenommen werden müssen, bilden hier eine Ausnahme. Asthmasprays oder Insulinspritzen von Diabetikern wären solche Fälle. Hier benötigt ihr einen Medikamentennachweis für den Zoll oder sie Sicherheitskontrolle am Flughafen. Bei eurem Hausarzt könnt ihr solch ein entsprechendes Attest in englischer Sprache erhalten.

Bei bestimmten Ländern gelten strikte Einfuhrbedingungen für einige Medikamente. Vor allem zu nennen sind hier unter anderem Saudi-Arabien, China, Singapur und die USA. Informiert euch bei Reisen in diese Regionen über die Einfuhrbestimmungen und maximal zulässige Höchstmenge bestimmter Substanzen bei der Botschaft des jeweiligen Landes.

Die Grundausstattung einer Reiseapotheke

Kleinere Verletzungen sind auf einer Reise schnell passiert, auch eine kleinere Erkrankung kann leider nicht ausgeschlossen werden. Daraus lassen sich die wichtigsten Bestandteile einer jeden Reiseapotheke ableiten:

  • Pflaster, Mullbinden, steriles Verbandszeug, Kompressen, Schere und eine Pinzette zur Wundrversorung
  • Schmerztabletten sowie Erkältungs- und Fiebermittel
  • Desinfektionsmittel
  • Tabletten gegen Durchfall und Verstopfung und gegen Reiseübelkeit
  • Insekten- und Sonnenschutz
  • Wund- und Heilsalbe
  • Verhütungsmittel

In der Apotheke habt ihr auch die Möglichkeit, eine mit diesen Medikamenten zusammengestellte Reiseapotheke zu kaufen. Rezeptpflichtige Medikamente wie z.B. die Pille sind aber nicht dabei, sondern wirklich nur die Grundausstattung. Wenn ihr in ferne Länder oder mit Kindern verreist, verändern sich auch die Anforderungen an eure Reiseapotheke.

Das gilt ebenfalls für Aktivurlauber und Sport- und Badereisende im Allgemeinen. Wenn ihr individuell anfälliger für bestimmte Krankheiten seid, solltet ihr bei der Reiseapotheke ebenfalls nachrüsten.

Eine Person wäscht sich die Hände
Handhygiene kann Erkrankungen nicht nur im Urlaub vorbeugen. Das reduziert das Risiko, auf die Reiseapotheke zurückgreifen zu müssen. Foto: Kelly Sikkema on Unsplash

Individuelle Bedürfnisse für die Reiseapotheke

Beim Zusammenstellen eurer Reiseapotheke sind immer eure eigenen Bedürfnisse entscheidend. Wenn ihr zum Beispiel zu Magen-Darm-Beschwerden neigt, solltet ihr auf jeden Fall Tabletten gegen Durchfall und Verstopfung dabei haben. Auch Elektrolytpulver kann dann nicht schaden, um Salz- und Wasserverlust auszugleichen. Neigt ihr hingegen zu starker Reiseübelkeit, nehmt für diesen Fall genug Medikamente mit.

Bitte bedenkt auch, dass euer Gepäck im schlimmsten Fall auch mal verloren gehen kann. Wenn ihr unbedingt notwendige Medikamente transportiert, dann teilt diese im besten Fall auf mehrere Gepäckstücke auf. Eine Möglichkeit wäre eine Verteilung auf Handgepäck und den Koffer bzw. das Aufgabegepäck. Ihr könnt aber auch bei euren Mitreisenden ein Teil eurer zwingend notwendigen Medikamente verstauen.

Solltet ihr wie ich zu der Gruppe der Allergiker gehören, dann informierte euch vor der Abreise ausreichen über euer Reiseziel. In anderen Ländern gelten nicht nur andere Sitten, sondern es gelten auch andere Blütezeiten für Pflanzen. Prüft also auf jeden Fall den Pollenflugkalender des jeweiligen Reiselandes und passt eure Reiseapotheke dementsprechend an.

Ich zum Beispiel habe immer ein Nasenspray für Allergiker dabei, da ich gegen Hausstaubmilben allergisch bin – und Hotels haben natürlich nicht die dementsprechende Bettwäsche.

Reiseapotheke ans Reiseziel, die Art der Reise und die Mitreisenden anpassen

Die Zusammenstellung eurer Reiseapotheke hängt stark von eurem Reiseziel ab. Die Medikamente für Thailand, Australen oder Ägypten unterscheiden sich stark von einer gut ausgestatteten Reiseapotheke für ein Reiseziel innerhalb Europas.

Vor allem die Hygienebedingungen und die Qualität des Trinkwassers sind in anderen Ländern oft schlechter. In Ägypten zum Beispiel solltet ihr mit dem Leitungswasser nichtmal eure Zähne putzen, sondern dafür gekauftes Wasser aus dem Supermarkt verwenden.

Bei einer solchen Reise eignen sich also vor allem Mittel gegen Durchfall, Tabletten zur Wasseraufbereitung und Desinfektionsmittel. Bei einem Aktivurlaub solltet ihr den vorhandenen Platz in eurer Reiseapotheke für die mögliche Wundversorgung priorisieren. Auch Sportgels, Schmerzgels, Salben oder entzündungshemmende Medikamente sind für Sportreisen eine gute Investitionen.

Für den Strandurlaub hingegen werdet ihr wohl vermehrt Sonnenschutzmittel einpacken wollen. Das spart euch vor allem auch einiges an Geld, als es überteuert am Strand zu kaufen. Die kühlenden Salben für den möglichen Sonnenbrand nicht vergessen! Gegen Sonnebrand helfen übrigens Aloe Vera-Produkte. Das ist wohl der bekannteste Klassiker bei sonnengeschädigter Haut.

Ich hoffe, diese Tipps konnten euch helfen, eure Reiseapotheke optimal zusammenzustellen oder sie zu planen. Wie gesagt: Macht euch rechtzeitig Gedanken darüber, wie ihr eure Reiseapotheke aufbauen möchtest und prüft auch die Ablaufdaten euer zuhause befindlichen Medikamente. Bei Medikamenten gehe ich persönlich kein Risiko ein und schmeiße alles, was abgelaufen ist, weg.

Kevinhttps://stadiontouri.de
... der Mensch hinter dem Blog- und YouTube-Kanal "Stadiontourist". Ist gelernter Programmierer und studierte danach Journalismus und Public Relations. Auf YouTube hat sein Kanal zu Fußballstadien und Fankultur über 1,3 Millionen Aufrufe erzielt. Arbeite eine Zeit lang als freier Journalist für eine Sportzeitung und steuerte Videobeiträge zur Ausstellung "Fan.Tastic Females" bei, die sich mit Frauen in Fußball-Fankurven beschäftigt. Hauptberuflich noch immer irgendwas mit Medien, Schwerpunkt Social Media.

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