Die WM-Stadien von 1954 im Jahr 2020

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Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“ Dieser Radiokommentar von Herbert Zimmermann ist wohl eine der bekanntesten Sportberichterstattungen in ganz Deutschland. Als sich Deutschland im Finale von Bern 1954 mit 3:2 gegen die schier übermächtigen Ungarn durchsetzte, brachen alle Dämme. Das Wunder von Bern und das Wankdorfstadion sind bekannt – aber wie sehen die Stadien der Weltmeisterschaft heute aus?

Einige der Stadien der Weltmeisterschaft 1954 gibt es gar nicht mehr. Andere stehen noch, erinnern aber nicht mehr so richtig an die Originale aus den 1950er Jahren. In dieser Liste sehr ihr alle Stadien von 1954 auf Originalfotos – inklusive einiger Spielszenen von 1954.

Spielorte der Weltmeisterschaft 1954

Die Weltmeisterschaft 1954 fand in der Schweiz statt. Das Finale wurde im Berner Wankdorf Stadion ausgetragen. Eröffnet wurde die Weltmeister 1954 im Stade Olympique de la Pontaise in Lausanne. Darüber hinaus waren das Hardturm-Stadion aus Zürich, das Stadio di Cornaredo (Lugano), das Stade des Charmilles (Genf) und das St.-Jakob-Stadion aus Basel Spielorte. Insgesamt gab es also sechs Stadien bei diesem Turnier.

Alle Stadien und Infos gibt es auch als Video auf dem Stadiontouri-YouTube-Kanal. Einfach nur auf play drücken und das Video startet sofort.

Stadio di communale Cornaredo aus Lugano

Dieses Stadion war wohl das irrelevanteste für die gesamte Weltmeisterschaft 1954. Im Stadio di communale Cornaredo wurde nur ein einziges Spiel angepfiffen: Das Vorrundenspiel zwischen Italien und Belgien, welches die Italiener mit 4:1 für sich entscheiden konnten. Seinerzeit fasste das Stadio di communale Cornaredo in Lugano bis zu 35.800 Besucher. So groß war das Interesse beim Spiel der beiden Mannschaften aber nicht. Es kamen 24.000 Zuschauer zu dieser Partie.

Eröffnungsspiel im Stade Olympique de la Pontaise in Lausanne

Sehr viel mehr Bedeutung für die Weltmeisterschaft 1954 hatte dann schon das Stade Olympique de la Pontaise in Lausanne. Hier wurde die Weltmeisterschaft am 16. Juni 1954 durch die Partie zwischen Jugoslawien und Frankreich eröffnet. Im 50.300 Zuschauer fassenden Stadion wurden darüber hinaus zwei weitere Spiele der Vorrunde, ein Viertelfinale sowie das Halbfinale zwischen Uruguay und Ungarn ausgetragen. 163.637 Zuschauer besuchten die fünf Spiele, das macht einen Zuschauerschnitt von 32.727. Das größte Interesse gab es damals am Halbfinale, hier war das Stadion mit 45.000 Zuschauern gut gefüllt. Das Eröffnungsspiel hingegen haben nur 16.000 Zuschauer besucht.

Das Stadion steht sogar heute noch an Ort und Stelle. Der FC Lausanne-Sport trägt hier seine Heimspiele aus. Wenngleich das Stade Olympique de la Pontaise natürlich an die heutigen Standards angepasst und modernisiert wurde. Die schlechte Nachricht: Es wird bald nicht mehr genutzt werden, da der FC Lausanne-Sport für 2020 die Pläne hat, in einen Neubau umzuziehen.

Genf und sein Stade des Charmilles / Parc des Sportes

Auch das alte Stadion von Servette Genf war Bestandteil der Weltmeisterschaft von 1954. Das Stade des Charmilles (auch Parc des Sportes genannt) war der Austragungsort von drei Vorrundenspielen sowie eines Viertelfinals. Zu Zeiten der Weltmeisterschaft konnten maximal 36.000 Zuschauer im Stadion Platz finden. Eine Besonderheit des Stade des Charmilles: Es war bereits zu dieser Zeit ein reines Fußballstadion und nicht für andere Sportarten wie Leichtathletik vorgesehen.

Die Zuschauerkapazität hat das Stade des Charmilles aber nicht komplett ausnutzen können. Im Schnitt kamen nur 13.368 Zuschauer zu den Spielen der Weltmeisterschaft. Die meisten von ihnen zur Partie zwischen Frankreich und Mexiko. Das dürfte an der unmittelbaren Nähe des Stadions zur französischen Grenze gelegen haben. Den Negativrekord in Sachen Zuschauerzahlen bei der Weltmeisterschaft 1954 hält ebenfalls das Stades Charmilles: Die Partie zwischen der Türkei und Südkorea verfolgten nur 4.000 Zuschauer – 32.000 Plätze blieben also ungenutzt. Immerhin: In diesem Spiel fielen sieben Tore. Abgerissen wurde das Stade des Charmilles im Jahr 2011.

Bereits abgerissen: Das Hardturmstadion in Zürich

Das Hardturmstadion war die Spielstätte für fünf Partien der Vorrunde der Weltmeisterschaft sowie des Spiels um Platz drei. Insgesamt hätten 34.800 Zuschauer hier Platz nehmen können. Damit war es das kleinste Stadion der Weltmeisterschaft 1954, lag mit einem Zuschauerschnitt von 22.600 Besuchern aber zum Beispiel über den Besucherzahlen in Genf. Die sechs Spiele wurden von insgesamt 113.000 Zuschauern besucht. Für die Partie zwischen Ungarn und Südkorea interessierten sich nur 13.000 Fans, die dafür mit neun Toren in diesem Spiel belohnt wurden. Das Spiel um den dritten Platz zwischen Österreich und Uruguay füllte das Stadion fast komplett: Es kamen 32.000 Zuschauer zu dieser Partie.

Das Hardturmstadion war bis zu seinem Abriss die Heimspielstätte von Grasshopper Club Zürich. Auch die Feldhandball-Weltmeisterschaft im Jahr 1952 wurde in diesem Stadion ausgetragen. Gebaut wurde der Hardturm bereits im Jahr 1929, abgerissen wurde die Anlage dann 2008. Der FC Zürich und der Grasshopper Club Zürich sind dabei, eine neue und hochmoderne Stadienanlage an diesem Standort zu errichten. Momentan spielen die beiden Vereine im Letzigrund.

Baseler St.-Jakob-Stadion

Wenn man heutzutage an den FC Basel denkt, dann denkt man auch direkt an den Baseler St.-Jakob-Park. Dieses Stadion war aber nicht immer ein Park, sondern zu Zeiten der Weltmeisterschaft das St.-Jakob-Stadion. Die Schweiter nennen es seit jeher „Joggeli“. Eröffnet wurde das damalige St.-Jakob-Stadion, und somit der heutige St.-Jakob-Park, am 24. April 1954. Damit ist das Stadion gereade rechtzeitig eröffnet worden, da die Weltmeisterschaft nur zwei Monate später begann. Damals war das Stadion noch die Heimspielstätte des FC Concordia Basel. Der FC Basel zog erst Ende der 60er Jahren ins St.-Jakob-Stadion um.

Die Spielstätte war damals für 54.800 Zuschauer ausgelegt und war Austragungsort des Halbfinals zwischen Österreich und Deutschland, eines Viertelfinals und vier Vorrundenspiele. 220.000 Zuschauer besuchten die Spiele der Weltmeisterschaft 1954 in Basel insgesamt, das ergibt einen Zuschauerschnitt von 36.667. Mit 58.000 strömten die meisten Zuschauer zum Halbfinale der Nachbarn zwischen Deutschland und Österreich. Damit waren im Stadion offiziell mehr Zuschauer, als die Kapazität eigentlich hergab.

Das Wunder von Bern im Stadion Wankdorf

Das legendäre Wunder von Bern ereignete sich im Stadion Wankdorf. Eröffnet wurde es bereits am 18. Oktober 1925 und besaß zu Zeiten der Weltmeisterschaft eine Kapazität von 64.000 Plätzen. Damit war es damals größer als das heutige Stadion des FC Schalke 04 (62.271). Die Spielstätte wurde im August 2001 abgerissen.

Seinerzeit war das Stadion Wankdorf die Heimstätte der BSC Young Boys und mit seinen 64.000 Plätzen nicht nur der Finalspielort, sondern auch das größte Stadion der Weltmeisterschaft 1954. Vor Beginn des Turniers wurde das Stadion für damals 4 Millionen Schweizer Franken (ca. 3,8 Millionen Euro heute) erweitert. Neben dem Wunder von Bern war das Wankdorfstadion auch die Spielstätte für drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale. Insgesamt besuchten 194.500 Zuschauer die fünf Spiele, im Schnitt 38.900. Das Finale war mit 62.500 fast ausverkauft. Die meisten Zuschauer kamen aus Deutschland.

Eine komplette Sammlung mit den Fotos der Weltmeisterschaft 1954-Stadien:

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